Poesie & Ethik

FLEISCH

Aus Sicht des Züchters heißt es Gier
Aus Sicht des Spediteurs halbtotes Tier
Aus Sicht des Schlachters heißt es Alltag
Der Metzger macht draus, was er mag
Aus Deiner Sicht vielleicht nur ein Wort
Aus Sicht des Tieres heißt es MORD

Dietmar und Hilde Schmidt

 

Dem Menschen ist die Schöpfung anvertraut
Gott wünscht, daß wir den Tieren beistehen,
Wenn sie der Hilfe bedürfen.
Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiche Rechte auf Schutz
.

Franz von Assisi

 

Was ihr getan habt, einem unter diesen meinen geringsten Brüdern,
das habt ihr mir getan.

Christus

Für einen Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne
und das Licht und ein bißchen Leben und Zeit,
an dem sich zu erfreuen seine Bestimmun gewesen wäre.

Plutarch

Die Tiere sind ebenso Kinder Gottes wie wir,
also unsere Brüdern und Schwestern!

Franz von Assisi

Die Decke der Kultur ist dünn.

Siegmund Freud

Nun kann ich Euch in Frieden betrachten;
ich esse Euch nicht mehr.

Franz Kafka

 

Ganze Weltalter voll Lieben werden notwendig sein,
um den Tieren ihre Dienste und Verdienste
an uns zu vergelten.

Christian Morgenstern

 

Es ist doch erlaubt

Unser Auto rollt über die Fahrbahn,
neben uns fährt ein Laster vollbeladen.
Der Laster ist halboffen - was ist da zu sehen?
Mein Herz fängt an, sich rückwärts zu drehen.
Zusammengepfercht quetschen sie sich auf engstem Raum,
lebendige Tiere werden behandelt wie Abschaum.
Ich beuge mich vor: "Dort läuft ja Blut!"
Die Schweine tagelang in der Mittagsglut!
Ein gebrochenes Bein hängt durch den offenen Spalt
- ist denn ein Menschenherz so kalt?
Ich höre die Schreie der Schweine im Ohr
- in meinem Kopf wühlt sich das Mitleid empor.
Noch nie sahen die Tiere auch nur ein Stück Natur
- immer nur den dunklen dreckigen Stall voller ängstlicher Unruhe.
Sie konnten sich nicht rück- und nicht vorwärts bewegen,
noch nicht einmal zum Schlafen konnten sie sich legen.
Doch zum Schlachthof sollten sie rennen, was das Zeug hält.
Dazu im Takt einen Elektrostab auf den Rücken geprellt.
Nun quälen sie sich im Laster und sind schon halbtot
- die Erlösung der Qual kommt jedoch erst nach dem Abendrot.
Die Tiere werden geprügelt, bis sie sich ergeben,
um schließlich für uns Menschen qualvoll zu sterben.
Das passiert täglich vor unseren Türen,
die wir verriegeln, damit wir dies nicht auch noch spüren.
Doch irgendwann gibt es vielleicht wieder freie Tiere auf dieser Welt
- der Mensch ist halt doch nur für sich ein Held.

Janine Klemm, 15 Jahre

gi

Das, was dem Leben Sinn verleiht,
gibt noch dem Tod Sinn

siehe auch Tierfriedhof

 



Das Wenige was Du tun kannst, ist viel -
wenn Du nur irgendwo Schmerz und Weh und Angst
von einem Wesen nimmst.

Albert Schweitzer

Tue deinen Mund auf für die Stummen
und für die Sache aller, die verlassen sind.

Markus

So sehr mich das Problem des Elends in der Welt beschäftigt,
so verlor ich mich doch nie im Grübeln darüber,
sondern hielt mich an dem Gedanken,
dass es jedem von uns verliehen ist,
etwas von diesem Elend zum Aufhören zu bringen.

Thomas Carlyle

Ich weiß nicht, wie Gott mein Lebenswerk bewerten wird.
In den letzten drei Wochen habe ich über fünfzig Partiturseiten
vom Parsifal geschrieben und drei jungen Hunden das Leben gerettet. Warten wir ab, was gewichtiger auf die Waagschale drücken wird.

Richard Wagner

Wer Tiere quält ist unbeseelt
und Gottes guter Geist ihm fehlt,
mag noch so vornehm drein er schaun
man sollte niemals ihm vertrauen.

Johann Wolfgang von Goethe

"Ich esse nichts, was Eltern hat."

Zitat von US-Musiker "Prince"

 

Wenn Sie weitere Textvorschläge für diese Rubrik haben, freuen wir uns über eine Mail von Ihnen, info@just-save-dont-eat.de

 


Ethik

BeURTEILt
Uns Tierrechtlern wird oft entgegengehalten, der Mensch sei wertvoller und intelligenter, kurz gesagt eben wichtiger als das Tier. Welch unglaubliche Arroganz steckt doch hinter dieser Äußerung!
Der Mensch als Maß aller Dinge? Wer gibt uns denn das Recht,
so etwas zu behaupten?
Vor allem gibt es noch nicht einmal Anlass dazu
- ganz im Gegenteil sogar:
Die "hohe Intelligenz" des Menschen hält ihn nicht davon ab -
wider besseren Wissens (!) - seine Lebensgrundlage, die Erde,
zu zerstören. Dieser "kleine Fehler" passiert keinem Tier.
Selbst der kleinste Parasit lässt seinen Wirt am Leben.
Damit ist der Mensch weder wertvoll noch wichtig für die Schöpfung und sollte daher mit ein bisschen Demut
seinen Stellenwert überdenken.

 Die nachfolgenden Gedanken von Dr. H. F. Kaplan
habe ich dem "Animal Peace-Heft"  8/98 entnommen.
Sie sprechen mir aus dem Herzen...

Sollen Tierschützer "sachlich" sein?

Tierschützern wird oft der Vorwurf gemacht, in ihrer Sprache zu emotional, zu wenig sachlich zu sein. Insbesondere wird dieser Vorwurf erhoben im Zusammenhang mit der Beschreibung der Vorgänge, die Voraussetzung für den menschlichen Konsum von tierischem Fleisch sind. Kritisiert wird zum Beispiel, wenn hier Folter als Folter bezeichnet wird, Mord als Mord angesprochen wird und Mörder als Mörder tituliert werden. Mitunter wird auch zu bedenken gegeben, dass Tierschützer sich und ihren Anliegen durch eine allzu "drastische" Sprache einen Bärendienst erweisen, da die Menschen dadurch nur abgeschreckt und abgestoßen würden. Ich möchte zu diesen grundsätzlichen Vorwürfen einmal grundsätzlich Stellung nehmen:

    1. Zunächst weigere ich mich, diese Kritik wirklich ernst zu nehmen. Denn: Dies zu tun hieße, die Fakten zu  verharmlosen und vom Wesentlichen abzulenken. Wo es um den institutionellen, systematischen, grausamen und sinnlosen täglichen Massenmord geht, da können Höflichkeit, Stilfragen und Klugheitsüberlegungen legitimerweise bestenfalls eine sekundäre Rolle spielen. Alles andere ist eine unerträgliche Verzerrung der Realität.

    2. Angesichts des ungeheuren Leidens, um dessen Beschreibung es hier auch geht, entbehrt es nicht des Zynismus, sich in diesem Zusammenhang in ästhetischen Stilfragen zu ergehen. Wo wochenlanges Leiden und grausames Sterben dokumentiert werden, verbietet sich eine ernstgemeinte Diskussion von Formfragen eigentlich von selbst.

    3. Aber auch von der Sache her ist diese Debatte um die Wortwahl reichlich unangebracht, denn: Was ist denn nun eigentlich der Skandal: die grausamen Fakten und das damit verbundene Leid der Opfer oder die "drastische" Schilderung dieser Fakten mittels einer anschaulichen Sprache? Wer ist denn nun gegebenenfalls der moralisch zu Verurteilende: derjenige, der unschuldige Lebewesen barbarisch zu Tode quält - und seine Auftraggeber! -, oder derjenige, der dies beschreibt? Oder ist das wirklich Anstoß Erregende vielleicht gar nicht, dass täglich Millionen von Tieren für triviale Zwecke hingeschlachtet werden, sondern dass der "mündige Bürger" durch die Schilderung dessen aus seinem wohligen Konsum-Delirium aufgeschreckt wird?

    4. Und das vielleicht Wichtigste und Naheliegenste, das meist völlig übersehen wird: Grausame und grauenhafte Fakten lassen sich nun einmal nur durch ihnen entsprechende Worte angemessen und realistisch beschreiben. Das Abschlachten am laufenden Band ist nun einmal keine harmlose oder lustige Angelegenheit. Für die Schilderung dessen, was im Schlachthaus vorgeht, bedarf es notwendigerweise anderer Worte, als für die Beschreibung eines Kindergeburtstages. Wer angesichts dessen, was täglich mit Tieren geschieht, eine neutrale Sprache fordert, der hat entweder keine Ahnung von der Realität oder aber ein Harmoniebedürfnis, das man nur noch als abwegig und pathologisch bezeichnen kann.

Schließlich und unabhängig davon, welche Worte nun letztlich gegenstandsadäquat sind oder nicht: Wer sagt denn eigentlich, dass wir, als Menschen, angesichts fremden Leides emotionslos, sachlich oder neutral bleiben sollten? Wer sagt denn eigentlich, dass wir angesichts offenkundigen Unrechts nicht Stellung nehmen sollten, das heißt ausdrücken sollten, was wir denken und was wir fühlen?
Wer hat denn nun eigentlich ein gestörtes Verhältnis
zur Emotionalität: derjenige, der angesichts des Grauens
Emotion hat und zeigt, oder derjenige, der auch beim größten Verbrechen "sachlich" wie ein Roboter bleibt? Worin besteht denn eigentlich das Menschsein, wenn nicht darin, dass man mit unschuldigen Opfern Mitleid hat und dies auch zeigt? Und: Wo bleibt die Konsequenz derer, die angesichts tierlichen Leidens "Objektivität" fordern, diese aber angesichts menschlichen Leidens als "menschenverachtenden Zynismus" verurteilen?


Tiere kann man nicht ermorden -
Mord bezieht sich ausschliesslich auf das Töten eines Menschen!?

Eine sprachliche Spitzfindigkeit, die es den Christen seit Jahrhunderten erlaubt, Tiere (und Menschen) ohne schlechtes Gewissen zu töten, obwohl das Töten in den zehn Geboten ja eigentlich verboten ist. Man differenziert fein zwischen Mord und Tötung, behauptet, in den zehn Geboten sei von Mord die Rede und kann fortan problemlos alles um die Ecke bringen, was einem im Weg steht (oder im Kochtopf landen soll). Man hat's ja nicht ermordet, nur getötet. Doch wer sagt eigentlich, dass sich das Wort Mord
zwangsläufig nur auf Menschen bezieht??

Das Wort "Mord" kommt vom germanischen Wort "murba", was "absichtliches" und/oder "heimliches Töten" eines Lebewesens heißt. Erst die Christen und ihr anthroponzentrischer Standpunkt haben daraus einen Begriff gemacht, der ausschließlich auf Menschen angewendet wurde und wird.
Auch wenn Mord nach § 211 Strafgesetzbuch (StGB) die Tötung eines Menschen aus niederen Motiven ist (Mord bezieht sich demnach laut Gesetz ausschließlich auf Menschen), bedeutet dies nicht, dass dieses Wort nicht auch auf die Tötung von Tieren zutrifft, da ein Gesetz niemals etwas über die ethische Wahrheit eines Ist-Zustandes aussagen kann. Bis vor einigen Jahren galten z.B. Schwule als Verbrecher, nur weil es so im Gesetzbuch stand.

Rechtlich gesehen ist Mord die Tötung aus niederen Beweggründen. Ein Lebewesen zu töten, um sich den Bauch vollzuschlagen obwohl Alternativen vorhanden sind, fällt sehr gut unter diese Definition... Noch niedere Beweggründe gibt es eigentlich nur noch bei Hobbyjägern, die das aus Spaß machen...
Abgesehen davon stellt der Verzehr von Fleisch - und damit die Massentierhaltung - zusätzlich einen Mord an zigtausend Menschen in den Drittweltländern dar, da man 10 pflanzliche Kalorien benötigt um eine tierische Kalorie zu erzeugen. Letztlich essen wir den Entwicklungsländern das Korn weg, so sieht es aus.

Aus den dargestellten Gründen verwenden wir auf just-save-dont-eat.de selbstverständlich auch das Wort "Mord"
in Bezug auf die Tötung von Tieren.

Gedankensplitter

• Wieso ist der Mensch zu so grosser Grausamkeit fähig und wieso duldet er sie? Entweder verdrängt der das Wissen darüber, oder er hat keine Moral ...

• von fleischessenden Mitmenschen erwarte ich, dass sie einen Tag auf dem Schlachthof die Tötung ihrer Mitgeschöpfe beobachten.

• Welche schizophrene Einstellung hat ein Bauer, der sich (hier: Nottötung wegen BSE) "schützend" vor seine Kühe stellt - Kühe, die er gezüchtet hat, um sie zu töten?

• Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Schlachter (Mörder) und dem fleischessenden Verbraucher (Auftraggeber).