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Poesie & Ethik |
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FLEISCH Dietmar und Hilde Schmidt
Dem Menschen ist
die Schöpfung anvertraut Franz von Assisi
Was ihr getan habt,
einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, Christus Für einen
Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne Plutarch Die Tiere sind
ebenso Kinder Gottes wie wir, Franz von Assisi Die Decke der Kultur ist dünn. Siegmund Freud Nun kann ich Euch
in Frieden betrachten; Franz Kafka
Ganze Weltalter voll Lieben werden
notwendig sein, Christian Morgenstern
Es ist doch erlaubt Unser
Auto rollt über die Fahrbahn, Janine Klemm, 15 Jahre
Albert Schweitzer
Tue
deinen Mund auf für die Stummen Markus
So
sehr mich das Problem des Elends in der Welt beschäftigt, Thomas Carlyle
Ich
weiß nicht, wie Gott mein Lebenswerk bewerten wird. Richard Wagner Wer
Tiere quält ist unbeseelt Johann
Wolfgang von Goethe "Ich esse nichts, was Eltern hat." Zitat von US-Musiker "Prince"
Wenn Sie weitere Textvorschläge für diese Rubrik haben, freuen wir uns über eine Mail von Ihnen, info@just-save-dont-eat.de
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Ethik |
| BeURTEILt Die
nachfolgenden Gedanken von Dr. H. F. Kaplan Sollen Tierschützer "sachlich" sein? Tierschützern wird oft der Vorwurf gemacht, in ihrer Sprache zu emotional, zu wenig sachlich zu sein. Insbesondere wird dieser Vorwurf erhoben im Zusammenhang mit der Beschreibung der Vorgänge, die Voraussetzung für den menschlichen Konsum von tierischem Fleisch sind. Kritisiert wird zum Beispiel, wenn hier Folter als Folter bezeichnet wird, Mord als Mord angesprochen wird und Mörder als Mörder tituliert werden. Mitunter wird auch zu bedenken gegeben, dass Tierschützer sich und ihren Anliegen durch eine allzu "drastische" Sprache einen Bärendienst erweisen, da die Menschen dadurch nur abgeschreckt und abgestoßen würden. Ich möchte zu diesen grundsätzlichen Vorwürfen einmal grundsätzlich Stellung nehmen: 1. Zunächst weigere ich mich, diese Kritik wirklich ernst zu nehmen. Denn: Dies zu tun hieße, die Fakten zu verharmlosen und vom Wesentlichen abzulenken. Wo es um den institutionellen, systematischen, grausamen und sinnlosen täglichen Massenmord geht, da können Höflichkeit, Stilfragen und Klugheitsüberlegungen legitimerweise bestenfalls eine sekundäre Rolle spielen. Alles andere ist eine unerträgliche Verzerrung der Realität. 2. Angesichts des ungeheuren Leidens, um dessen Beschreibung es hier auch geht, entbehrt es nicht des Zynismus, sich in diesem Zusammenhang in ästhetischen Stilfragen zu ergehen. Wo wochenlanges Leiden und grausames Sterben dokumentiert werden, verbietet sich eine ernstgemeinte Diskussion von Formfragen eigentlich von selbst. 3. Aber auch von der Sache her ist diese Debatte um die Wortwahl reichlich unangebracht, denn: Was ist denn nun eigentlich der Skandal: die grausamen Fakten und das damit verbundene Leid der Opfer oder die "drastische" Schilderung dieser Fakten mittels einer anschaulichen Sprache? Wer ist denn nun gegebenenfalls der moralisch zu Verurteilende: derjenige, der unschuldige Lebewesen barbarisch zu Tode quält - und seine Auftraggeber! -, oder derjenige, der dies beschreibt? Oder ist das wirklich Anstoß Erregende vielleicht gar nicht, dass täglich Millionen von Tieren für triviale Zwecke hingeschlachtet werden, sondern dass der "mündige Bürger" durch die Schilderung dessen aus seinem wohligen Konsum-Delirium aufgeschreckt wird? 4. Und das vielleicht Wichtigste und Naheliegenste, das meist völlig übersehen wird: Grausame und grauenhafte Fakten lassen sich nun einmal nur durch ihnen entsprechende Worte angemessen und realistisch beschreiben. Das Abschlachten am laufenden Band ist nun einmal keine harmlose oder lustige Angelegenheit. Für die Schilderung dessen, was im Schlachthaus vorgeht, bedarf es notwendigerweise anderer Worte, als für die Beschreibung eines Kindergeburtstages. Wer angesichts dessen, was täglich mit Tieren geschieht, eine neutrale Sprache fordert, der hat entweder keine Ahnung von der Realität oder aber ein Harmoniebedürfnis, das man nur noch als abwegig und pathologisch bezeichnen kann. Schließlich
und unabhängig davon, welche Worte nun letztlich gegenstandsadäquat
sind oder nicht: Wer sagt denn eigentlich, dass wir, als Menschen, angesichts
fremden Leides emotionslos, sachlich oder neutral bleiben sollten? Wer
sagt denn eigentlich, dass wir angesichts offenkundigen Unrechts nicht
Stellung nehmen sollten, das heißt ausdrücken sollten, was wir denken
und was wir fühlen?
Eine sprachliche
Spitzfindigkeit, die es den Christen seit Jahrhunderten erlaubt, Tiere
(und Menschen) ohne schlechtes Gewissen zu töten, obwohl das Töten
in den zehn Geboten ja eigentlich verboten ist. Man differenziert fein
zwischen Mord und Tötung, behauptet, in den zehn Geboten sei von
Mord die Rede und kann fortan problemlos alles um die Ecke bringen,
was einem im Weg steht (oder im Kochtopf landen soll). Man hat's ja
nicht ermordet, nur getötet. Doch wer sagt eigentlich, dass sich
das Wort Mord Das
Wort "Mord" kommt vom germanischen Wort "murba",
was "absichtliches" und/oder "heimliches Töten"
eines Lebewesens heißt. Erst die Christen und ihr anthroponzentrischer
Standpunkt haben daraus einen Begriff gemacht, der ausschließlich
auf Menschen angewendet wurde und wird. Rechtlich
gesehen ist Mord die Tötung aus niederen Beweggründen. Ein
Lebewesen zu töten, um sich den Bauch vollzuschlagen obwohl Alternativen
vorhanden sind, fällt sehr gut unter diese Definition... Noch niedere
Beweggründe gibt es eigentlich nur noch bei Hobbyjägern, die
das aus Spaß machen... Aus
den dargestellten Gründen verwenden wir auf just-save-dont-eat.de
selbstverständlich auch das Wort "Mord" |
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Gedankensplitter • Wieso ist der Mensch zu so grosser Grausamkeit fähig und wieso duldet er sie? Entweder verdrängt der das Wissen darüber, oder er hat keine Moral ... • von fleischessenden Mitmenschen erwarte ich, dass sie einen Tag auf dem Schlachthof die Tötung ihrer Mitgeschöpfe beobachten. • Welche schizophrene Einstellung hat ein Bauer, der sich (hier: Nottötung wegen BSE) "schützend" vor seine Kühe stellt - Kühe, die er gezüchtet hat, um sie zu töten? • Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Schlachter (Mörder) und dem fleischessenden Verbraucher (Auftraggeber). |